Willkommen

Growanywhere ist ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprojekt von hacKNology e.V., der Arbeitsgruppe Huwer (Universität Konstanz) und der Stadt Konstanz im Rahmen des Programms Smart Green City. Ziel ist ein automatisiertes Hydroponik-System, das ressourcenschonenden Pflanzenanbau mit möglichst geringer Bindung an Standort und Infrastruktur ermöglicht – perspektivisch auch transportabel. Es eignet sich für Bildungszwecke, Forschung und den nachhaltigen Anbau von Lebensmitteln.

Den ersten Schritt sind Schülerinnen und Schüler gegangen: Im Schuljahr 2025/26 haben sie in der Arbeitsgemeinschaft „Green Future Pioneers“ eine sensorgesteuerte Hydroponik-Anlage geplant, gebaut und über eine ganze Vegetationsperiode betrieben.

Das Projekt wird gefördert durch die Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg.

Weitere Informationen und wissenschaftliche Hintergründe finden Sie auf der Projektseite der Universität Konstanz: Growanywhere – Universität Konstanz

Growanywhere ist:

  • ressourcenschonend – geschlossener Wasserkreislauf, Anbau ohne Erde
  • sensorgesteuert und teilweise solarbetrieben
  • zum Nachbauen gedacht – Baupläne, Materiallisten und das Lehrkonzept werden frei veröffentlicht

Die Anlage

Seit Sommer 2026 gibt es sie: eine Hydroponik-Anlage, die Schülerinnen und Schüler selbst geplant, konstruiert und in Betrieb genommen haben. Gebaut und betrieben wurde sie im Botanischen Garten der Universität Konstanz.

Die Pflanzen wachsen ohne Erde in Netztöpfen, die in geschlossenen Rohren sitzen. Ein Tropf- und Tiefwassersystem versorgt sie mit Nährlösung – das Wasser wird nach oben gepumpt, kommt tröpfchenweise an den Wurzeln an und läuft in einen Sammelbehälter zurück. Feuchtigkeitssensoren melden, wann nachgegossen werden muss; ein Calliope-mini-Mikrocontroller schaltet daraufhin die Pumpe. Solarmodule versorgen Sensorik und Steuerelektronik.

Die Gruppe hat sich bewusst für die anspruchsvollere Variante entschieden, statt für ein einfacheres System.

Nicht alles aus der ursprünglichen Planung ist umgesetzt. Die Pumpe läuft am Netz und nicht am Solarstrom: Ihr Strombedarf war höher als gedacht, und der geplante Akkuspeicher als Puffer für sonnenarme Zeiten fehlt bislang. Über die Sommerferien machte außerdem ein Leck im Wasserkreislauf Nacharbeit nötig. Beides ist dokumentiert und lösbar – die Schnittstellen für einen Ausbau sind vorhanden.

Offen ist derzeit auch der dauerhafte Standort: Im Botanischen Garten kann die Anlage nicht bleiben, und als Universitätsgebäude ist er ohnehin nur eingeschränkt zugänglich. Wir verhandeln mit der Stadt Konstanz über einen Platz im Konstanzer Palmenhaus – der wäre für diesen Zweck ohnehin der bessere. Bis dahin ist die Anlage nicht öffentlich zugänglich.

Die AG

Hinter der Anlage steht die Arbeitsgemeinschaft „Green Future Pioneers“. Sie lief über das Schuljahr 2025/26, war kostenlos, offen ab Klasse 7 und ausdrücklich schulübergreifend: Mitmachen konnte, wer an einem Konstanzer Gymnasium ist – unabhängig davon, an welchem. Die Blocktermine fanden im Science Future Lab der Universität Konstanz statt.

10 AG-Termine à 90–120 Minuten
14 Schülerinnen und Schüler
7 Mikrocontroller im Einsatz
21 von 30 Pflanzen geerntet

Am Anfang stand nicht der Schraubenschlüssel, sondern die Frage: Unter welchen Bedingungen wachsen Pflanzen eigentlich ohne Erde? Die Gruppe arbeitete Erfahrungsberichte durch, bestimmte im Labor den pH-Wert von Düngemitteln und probierte auf Calliope-mini-Boards aus, welche Messgrößen sich überhaupt sinnvoll erfassen lassen – pH-Wert, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit. In die fertige Anlage kamen am Ende Feuchtigkeitssensoren: das, was die Bewässerung tatsächlich braucht. Untersucht wurde auch, welche Materialien Nachhaltigkeit und Praktikabilität am besten verbinden. Geplant, konstruiert und zusammengeschraubt haben die Jugendlichen die Anlage anschließend selbst.

Geerntet wurde im September 2026. Basilikum und Mangold sind besonders gut geworden, die Tomaten trotz Blattläusen ebenfalls. Der Kohlrabi bekam Besuch von Raupen, und bei den Erdbeeren waren vermutlich die Netztöpfe zu klein – auch solche Fehlschläge gehören in die Dokumentation, damit ein Nachbau sie nicht wiederholen muss.

„Besonders schön war es zu beobachten, wie die unterschiedlichen Fachanteile die Eigenständigkeit der Jugendlichen beflügelt haben. Jedes Team hat eigene kreative Lösungen gefunden.“

Ein Lehrkonzept, das den Ablauf für andere Schulen nachvollziehbar macht, entsteht derzeit bei unserem Projektpartner, der Universität Konstanz. Es wird bis Ende 2026 frei veröffentlicht – zusammen mit Bauplänen, Materiallisten und den Calliope-Programmen.

Über uns

hacKNology e.V.

Team hacKNology e.V.

Wir sind hacKNology e.V. – der erste und einzige Hackerspace in Konstanz am Bodensee. Growanywhere ist eines unserer Projekte; der Verein ist Antragsteller und Träger.

Kontakt

Growanywhere ist Teil des Projekts Schlaue Schulgärten – Smart Green City Konstanz, das innovative und nachhaltige Lösungen für den urbanen Gartenbau an Schulen fördert. Die Stadt Konstanz ist Modellkommune im Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

Wissenschaftliche Begleitung durch die Arbeitsgruppe Huwer der Universität Konstanz. Gebaut und betrieben wurde die Anlage im Botanischen Garten der Universität; bei Bau und Aufbau haben die Wissenschaftlichen Werkstätten unterstützt.

Gefördert durch die Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „Klimaschutz selber machen“.

 tecer@hacknology.de